Eine Geschichte aus dem Jahr 1883
Früher hatte jede Stadt ihre eigene Uhr-Zeit. Die Zeit kam von der Sonne. Wenn die Sonne hoch am Himmel stand, war es 12 Uhr Mittag. Aber die Sonne steht nicht überall gleichzeitig hoch. In Berlin steht sie früher hoch als in Stuttgart. Darum hatte jede Stadt eine andere Zeit.
In den USA gab es so 300 verschiedene Uhr-Zeiten. Die Eisenbahn hatte sogar 100 eigene Zeiten. Ein Fahrplan war oft schwer zu verstehen. Manchmal stand in einem Fahrplan: a.m. statt p.m. Das heißt: morgens statt abends. Das war ein Problem.
Sandford Fleming war Ingenieur in Kanada. Im Jahr 1876 hat er einen Zug verpasst. Weil im Fahrplan eine falsche Uhr-Zeit stand. Er hat dann eine Idee gehabt. Die Welt soll eine gemeinsame Zeit haben. Aber nicht überall die gleiche Uhr-Zeit. Sondern 24 Zeit-Zonen.
Der Tag mit 2 Mittagen
Am 18. November 1883 war ein Sonntag. An diesem Tag haben die Eisenbahnen in den USA ihre Uhren umgestellt. Viele Städte hatten an diesem Tag den Mittag 2-mal. Einmal nach der alten Zeit. Einmal nach der neuen Zeit.
Im Jahr 1884 haben sich 25 Länder in Washington getroffen. Sie haben gemeinsam beschlossen: Es gibt 24 Zeit-Zonen. Die Zonen gehen alle von einem Ort aus. Der Ort heißt Greenwich. Greenwich liegt in England.
In Deutschland war das anders. Bis 1893 hatten Berlin, München und Stuttgart verschiedene Zeiten. Dann hat ein General gesagt: So geht das nicht weiter. Das Militär und die Eisenbahn brauchen eine gemeinsame Zeit. Am 1. April 1893 gab es die neue Zeit für ganz Deutschland. Sie heißt: Mittel-Europäische Zeit. Kurz: MEZ.
Wichtig: Die Sonne in Tokio scheint anders als die Sonne in Berlin. Das war vorher so. Das ist heute so. Aber alle wissen jetzt: Es gibt einen gemeinsamen Bezug.
Was hat das mit Arbeit zu tun?
Heute suchst du Arbeit. Oder du suchst Praktikums-Plätze. Du gehst auf viele verschiedene Seiten im Internet.
Jede Firma hat eine eigene Seite. Jede Seite hat eigene Felder. Du musst dich jedes Mal neu anmelden. Du musst deinen Lebens-Lauf neu hochladen. Du musst alles neu eingeben.
Das ist wie früher mit den 300 Uhr-Zeiten. Jede Firma hat ihre eigene „Sonnen-Zeit". Das macht es schwer.
Für viele Menschen ist das besonders schwer. Zum Beispiel:
• Menschen mit Seh-Behinderung
• Menschen mit Lern-Behinderung
• Menschen mit kognitiven Einschränkungen (das heißt: Schwierigkeiten beim Denken oder Verstehen)
• Menschen mit Bewegungs-Einschränkungen
Hilfs-Mittel wie Vorlese-Programme funktionieren nicht überall. Auf einer Seite klappt es. Auf der nächsten Seite klappt es nicht mehr.
Zahlen, die wichtig sind
In Deutschland leben 7,9 Millionen Menschen mit einem Schwerbehinderten-Ausweis. Das ist viel. Das sind 11 von 100 Menschen in Deutschland.
Aber: Diese Menschen finden schwerer eine Arbeit. Die Arbeits-Losen-Quote ist doppelt so hoch wie bei anderen Menschen. Sie liegt bei 11 von 100 Menschen.
Es gibt ein Gesetz in Deutschland. Das Gesetz sagt: Firmen mit mehr als 20 Mitarbeitenden müssen Plätze schaffen. Plätze für Menschen mit Behinderung. 5 von 100 Stellen müssen so vergeben werden.
Viele Firmen machen das nicht. Etwa 1 von 4 Firmen erfüllt diese Regel nicht.
Was hilft?
Was die Welt 1883 gemacht hat, hilft auch heute. Ein gemeinsamer Standard.
Ein gemeinsamer Standard heißt nicht: „Alle müssen gleich sein."
Ein gemeinsamer Standard heißt: „Alle haben den gleichen Rahmen."
Berlin bleibt Berlin. Tokio bleibt Tokio. Aber alle wissen, was 12 Uhr Greenwich-Zeit heißt.
Das gleiche brauchst du im Bewerbungs-Prozess. Ein Ablauf. Eine Anmeldung. Ein Profil.
Dann gilt:
• Du lernst den Ablauf einmal. Dann kannst du ihn überall nutzen.
• Hilfs-Mittel funktionieren überall.
• Schulen können Praktika für eine ganze Klasse organisieren.
• Firmen vergleichen Menschen fair.
• Es gibt weniger Hürden für alle.
Kaoba hilft
Bei Kaoba gibt es einen Ablauf für alle. Du musst dich nur einmal anmelden. Du füllst dein Profil nur einmal aus.
Dann kannst du es bei vielen Firmen nutzen. Bei vielen Praktikums-Plätzen. Bei vielen Stellen.
Das ist wie die Zeit-Zonen. Du merkst sie nicht. Aber sie helfen dir.
Ein gemeinsamer Standard macht es einfacher. Für alle Menschen.
Mehr Infos findest du auf der Internet-Seite kaoba.de.


